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DSDS

  • Autorenbild: Lutz C Meier
    Lutz C Meier
  • 22. Sept. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Es wird auf beiden Seiten übertrieben. Einerseits ist es die Dummheit, die mit Narzissmus im Gepäck komisch wirkt, da wir hier wie in einem Brennglas die Essenz unserer Spätmoderne erkennen können. Wenn sich aber eine "gute Stimme" in den Reigen von unbedarften Gewinnanwärtern mischt, so herrscht gleich andächtiges Schweigen und die Lobeshymnen überschlagen sich (eben auch kontrastiv). Dabei ist es freilich nicht egal (wie in der Sendung das Supertalent insinuiert), worin das Talent besteht, sondern entscheidend ist die Disziplin. Hat jemand schon von einem "genialen Pferd" und eben "genialen" Sänger*innen gehört (mit seltener Ausnahme von genialen Komponisten, die auch singen) ? Dieter Bohlen als Hirte des Trash hat leichtes Spiel: er kann mit leichter Evidenz vernichtend kritisieren und ebenso frenetisch loben. Die Kandidaten sind mit dem Publikum mitgealtert und manchmal hat die Sendung, trotz allem gewolltem Auf-die-Tränendrüse-Drückens seine traurig-schönen Momente. Aber: das Zeitalter des Narzissmus ist angesichts des Schwindens der Möglichkeit sorgenfrei in der Fußgängerzone herumzuschlendern vorbei. Wir haben nur noch ein Bein in der idyllischen Spätmoderne stehen, das andere Bein steht im Wasser eines neuen Zeitalters in das wir eintauchen werden.

 
 
 

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