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Uneigentliche Ironie

  • Autorenbild: Lutz C Meier
    Lutz C Meier
  • 21. Sept. 2024
  • 1 Min. Lesezeit

Die Ironie ist in der alltäglichen Kommunikation ohne Wahrheitsanspruch im Sinne der Romantischen Ironie Friedrich Schlegels. Sie wird läppisch vorgetragen und hat oftmals die Gestalt von "Uneigentlichkeit" (Heidegger) und weist eine sozial-entlastende Funktion auf. Das gilt nicht nur für die "plane" Gegenteilsironie. Der kluge Kopf kennt dieses Flachsen kaum, kann "nicht wechseln", wie man so sagt. Er merkt, dass es eine soziale Krücke ist und moniert durch eine Geste des Widerwillens die Überdrehtheit des uneigentlichen ironisch-witzelenden Sprechers. Die Ironie kaschiert unverfügbaren Geist und gibt sich als derselbe aus. Es ist ein schmaler Grad zwischen geistvollem Witz und blödelnder ironischer Uneigentlichkeit. Das eine kann ins andere kippen. Nachdem man ironisch den Kern fünf Mal verfehlt hat, kann man ihn beim sechsten Mal treffen. Immer schießt man ins Blaue und trifft nur selten einen fliegenden Vogel. Und dennoch: Was wären wir ohne die Leichtigkeit und Luftigkeit der Ironie. Es käme kaum zu konzilianten Gesprächen. Wären wir immer nur Ernst unterwegs, der andere würde uns meiden. Das Soziale würde einen langsamen Tod sterben.

 
 
 

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