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Warum ausgerechnet die AfD?

  • Autorenbild: Lutz C Meier
    Lutz C Meier
  • 26. Aug. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Warum sind viele bereit und entschlossen, gerade in Deutschland eine rechtsextremistische Partei zu wählen? Man kann den Streit der regierenden Parteien und deshalb Demokratie nach dem Motto von Weimar , wo man das Parlament als "Schwatzbude" bezeichnete, nicht mehr ertragen. Man hält die Demokratie nicht aus, möchte sie am liebsten abschaffen. Die AfD verkörpert außerdem das, was Nietzsche als "Wille zur Macht" bezeichnet hat. Man lässt sich von ihrem heroischen Nihilismus anstecken, dem Ruf nach einem starken Mann oder Frau, die mit einem Schlag den alten Lebenszustand wiederherstellen. Gerade im Osten ist man zudem vom Gedanken beseelt, denen da oben (und aus dem Westen) mal so richtig eines auszuwischen, Ikonoklasmus also. Im Osten spielt wohl mehr als im Westen eine gewisse kaum näher erläuterte Unzufriedenheit eine Rolle. Die Überforderung in der technischen Moderne führt wohl zu dem Wunsch nach einer "Reduktion von Komplexität." Die AfD hat noch keinen Praxistest bestehen müssen. Sie wirkt deshalb so jungfräulich-rein. Auch solche Dinge wie Nationalstolz und ein Überlegenheitsgefühl sind Affekte, die jegliches Argument überschreien. Man kann seine Arschlochseite ungeniert zeigen, was einfacher ist als sich im Parteienstreit Kompromisse auszuhandeln. Man erträgt außerdem die Wahrheit nicht (Stichwort: menschengemachter Klimawandel) und hört gefiltert nur das, was man hören will. Es scheint wohl auch ein historisches Verfallsdatum zu geben, wonach Geschichte zu verblassen droht und wir in dieser Geschichtsvergessenheit verdammt sind, sie zu wiederholen. Auch ein Ungebildetsein, das heute auch die oberen Schichten durchwuchert mag eine Bereitschaft bei der AfD sein Kreuz zu machen zu wollen, zu erhöhen. Auch der Zeitgeist weht den linken Parteien in Gesicht. Man erträgt den linken Moralismus nicht mehr und wirft sich einem rechten Aktionismus in die Arme. Man lehnt als auf einer kulturellen Ebene das Linkssein ab, weswegen man ins rechte Lager springt, ja einem Rechtsextremismus huldigt.

 
 
 

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